Zuhören und spenden: Musik für den guten Zweck

Pianist Roland Vossebrecker spielt online für eine gerechtere Welt – in  virtuellen Konzert-Clips auf YouTube 

Bergisch-Gladbach, 24.03.2021. „Da muss man doch was machen!“ Der Komponist  und Pianist Roland Vossebrecker ist jemand, der das nicht nur denkt, sondern einer,  der tatsächlich etwas tut. Vor fünf Jahren hat sich der Musiker das erste Mal auf  Benefiztournee begeben – und die Einnahmen an die Nothilfe- und  Entwicklungsorganisation Oxfam gespendet. Die für den Winter 2020/2021 geplante  Konzertreise musste ausfallen. Doch seit 15. Februar spielt Roland Vossebrecker wieder für den guten Zweck: Bis Anfang April lädt er jeden Montag ein neues Video auf YouTube hoch – inklusive Spendenlink: Gutes können seine Zuhörer*innen so  ganz einfach per Mausklick tun. 

©Rainer Keuenhof/Oxfam

Die verheerenden Erdbeben in Nepal im Frühjahr 2015 waren für Roland Vossebrecker der  Auslöser. Angesichts der Nachrichten aus dem Katastrophengebiet habe er gedacht: „Da  muss man doch was machen!“ Innerhalb von sechs Tagen hat er sein erstes Benefizkonzert  organisiert. 100 Leute kamen und am Ende des Abends waren 2.500 Euro gesammelt  worden: „Mittlerweile habe ich mehr als 100 Benefizkonzerte für Oxfam gegeben; rund  70.000 Euro Spenden sind dabei zusammengekommen“, freut sich der Komponist und  Pianist aus Bergisch-Gladbach. Die Summe soll noch größer werden, deswegen tritt  Vossebrecker trotz des Lockdowns auf – virtuell: Er lädt sein Konzertprogramm Clip für Clip  auf YouTube hoch, jede Woche ein neues Stück. 

Bach@home: Dem „Wohltemperierten Klavier“ und anderen Stücken vom Sofa lauschen 

Für Vossebrecker steht nicht der persönliche Erfolg im Vordergrund: „Wenn ich Konzerte  gebe, geht es nicht um mich, sondern um die Musik – die von mir und die von meinen  Lieblingskomponisten.“ Mit den Konzerten für die gute Sache „versuche ich außerdem mit  meinen begrenzten Mitteln ein kleines bisschen mehr Gerechtigkeit zu schaffen“, sagt  Vossebrecker bescheiden. Wenn er noch bis Anfang April seine Konzerte nach und nach für  Oxfam streamt, hat Vossebrecker neben eigenen Stücken auch Bachs „Wohltemperiertes  Klavier“ im Programm. Dem können nun viele Menschen bequem vom heimischen Sofa aus  zuhören – weltweit, Corona-sicher und mit akustischem Aha-Effekt statt AHA-Regeln.  

Konzert-Ersatz bei YouTube – Spenden per Mausklick 

Die Tournee habe er vergangenen Herbst aufgrund des Infektionsgeschehens noch vor dem  erneuten Lockdown schweren Herzens abgesagt. Auch wenn Auftritte vor Publikum nach wie  vor nicht möglich sind, möchte Roland Vossebrecker mit seiner Musik weiterhin Gutes tun – und hat wie viele Künstler*innen eine digitale Alternative gefunden: „Die Corona-Krise erschwert und verschlechtert die Lage vieler Menschen – deshalb ist es jetzt ganz besonders  wichtig, sie zu unterstützen. Daher trete ich virtuell auf“, so Vossebrecker. Umsetzen konnte  er die Idee zu den YouTube-Clips nur mit Unterstützung von Schülern des Otto-Hahn Gymnasiums in Bensberg. Sie gehören zur Technik-AG und haben den Dreh betreut,  Kameras aufgebaut, den Saal ins passende Licht gerückt und den Ton ausgesteuert. Am  Ende wurde alles mit Profi-Software nachbearbeitet und geschnitten. „Ich bin dem Technik Team des OHG sehr dankbar: Ohne Nils, Malte, Felix, Finn, Sven und den AG-Leiter Oliver  Kaestle hätte ich das virtuelle Konzertprojekt nicht umsetzen können“, sagt der Pianist. Der  Eintritt zu Vossebreckers Benefizkonzerten ist üblicherweise frei, das Publikum spendet  stattdessen, was es geben kann und mag – das Geld geht komplett an Oxfam. Das ist auch  in der virtuellen Variante nicht anders: In die Konzertclips auf YouTube ist ein Spendenlink zum Oxfam-Benefiz-Projekt integriert. 

©Rainer Keuenhof/Oxfam

Da ist Musik drin: Noten zu Geld für Nothilfe- und Entwicklungsprojekte machen 

Die Nichtregierungsorganisation freut sich über diese musikalische Unterstützung: „Dass  Roland Vossebrecker seit Jahren für mehrere Monate auf Konzertreise geht – ausschließlich  für eine gemeinnützige Sache: Das ist beeindruckend“, sagt Marion Lieser,  Geschäftsführerin von Oxfam Deutschland. „Er unterstützt damit gezielt unsere Arbeit in  Projekten gegen die weltweite Armut und unsere Kampagnen gegen soziale Ungleichheit – die sind sowohl Roland Vossebrecker als auch uns ein wichtiges Anliegen. Wir schätzen  dieses außergewöhnliche Engagement sehr – auch und gerade während der Pandemie.“ Wer Oxfam ebenfalls helfen möchte, kann das übrigens nicht nur monetär, sondern auch  ganz tatkräftig tun: als Ehrenamtliche oder Ehrenamtlicher in den Oxfam Shops zum  Beispiel. Viele Teams freuen sich über Verstärkung! 

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