"Schwanensee" aus der Wiener Staatsoper

Wiener Staatsballett auf fidelio

„Sautés“ („Sprünge“), „Jetés“  (Werfen des Beins) und „Battement Tendu“ (gestrecktes Öffnen und Schließen der Beine) gehören zum Standardrepertoire einer jeden Ballerina. Fast so alt wie diese, noch aus Zeiten der Hochblüte der französischen Tanzkultur stammenden Begriffe ist das Wiener Staatsballett, dessen Wurzeln bis auf das Jahr 1771 zurückgehen.

Die Wiege des Balletts

Niemand geringerer als der „Sonnenkönig“ Ludwig XIV. gilt als eine der Schlüsselfiguren bei der Entwicklung des Balletts zur eigenständigen Kunstform. So vollzog er mit der Gründung der Acadadémie Royale de Danse 1661 eine klare Trennung des Balletts vom höfischen Zeremoniell und der Beruf des Balletttänzers war geboren. Tatsächlich war das heutzutage von Frauen dominierte Ballett zu Anfang ausschließlich Männern vorbehalten. Auch die Idee eines Balletts, welches eigenständig eine durchgängige Handlung ausdrückt, brach sich erst allmählich Bahn: Im Barock war es vor allem fixer Bestandteil der französischen Opern.

Anfänge in Wien

Erst mehr als 100 Jahre später sollte eine nicht minder bedeutende Herrscherin auch in Wien eine Ballettakademie einrichten. Kaiserin Maria Theresia schuf in ihrer Regentschaft die „Theatral-Tanzschule“. Hier wurden unter der Leitung des französischen Tanzmeisters Jean Georges Noverre acht Knaben und acht Mädchen unterrichtet. Nach dem Tod des Leiters löste sich die Tanzschule auf, so gab es nur eine recht ungeordnete Ausbildung angebunden an das damalige Kärtnertortheater. Erst nach der Eröffnung der Staatsoper an der Wiener Ringstraße wurde die Ballettschule als Teil des „k.u. k. Hofopernballetts“ wieder institutionalisiert.

Ballett – Heute

Viel hat sich seitdem getan: Mit der Musik (z. B. „Le sacre du Printemps“ „À l’après-midi d’un faune“) entwickelt sich auch das Ballett weiter und wurde befreit vom engen Korsett hin zu mehr Expressivität. Neue Choreographen (Nurejew, Cranko, Neumeier) prägten die tänzerische Stilistik auf ihre einzigartige Weise. Mit Manuel Legris bekam das Wiener Staatballett 2010 einen weiteren Stern am Balletthimmel als neuen künstlerischen Leiter. Auf fidelio sehen Sie eine kleine Auswahl der absoluten Klassiker der Ballettliteratur choreographiert von der Tänzerlegende Rudolf Nurejew, welcher am Haus am Ring von 1964 – 1988 wirkte. Erleben Sie „Schwanensee“, „Der Nussknacker“ oder „Don Quixote“  und lassen Sie sich von Musik und Tanz verzaubern. Viel Spaß dabei wünscht

Ihr Florestan.

Geheimtipp: Auf fidelio gibt es ein Interview mit der Prima Ballerina Maria Yakovleva, in dem sie spannende Einblicke in den Alltag einer Tänzerin gibt.

Szene aus „Der Nussknacker“ in einer Choreographie von Rudolf Nurejew
Ein besonderes Highlight: „Der Tanz der vier kleinen Schwäne“

 

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