Stanisław Moniuszkos „HALKA“ aus dem Theater an der Wien

HALKA

Anlässlich des zweihundertsten Geburtstags von Stanisław Moniuszko ehren das Theater
an der Wien und das Warschauer Teatr Wielki den Komponisten mit einer gemeinsamen
Neuproduktion von dessen Oper Halka.

fidelio überträgt diese Aufführung LIVE am 19.12. um 19:00 Uhr! Hier geht’s zum LIVE-Event: https://www.myfidelio.at/moniuszko-halka-19-12-19-00-uhr

Mit Halka gelang es Moniuszko, einen spezifisch polnischen Ton zu definieren und somit ein
identitätsstiftendes Werk von hoher Brisanz zu schaffen: Seit dem Wiener Kongress war
Polen als eigenständiger Staat nicht mehr existent, umso wichtiger war es für die unter
russischer, preußischer oder österreichischer Herrschaft lebenden Polinnen und Polen, eine
Identität in ihrer Kultur zu finden. Der durchschlagende Erfolg des Werks beruhte unter
anderem auf der klugen Einbindung polnischer Tänze wie der Mazurka, der Polonaise und
den Volkstänzen der Goralen, einer ethnischen Minderheit, die bis heute in der Hohen Tatra
lebt.

Halka erlangte den Status einer Nationaloper jedoch nicht nur aufgrund der Verarbeitung
musikalisch traditioneller Motive. Moniuszko und sein Librettist Włodzimierz Wolski schufen
mit der unglücklich endenden Liebesgeschichte zwischen dem reichen jungen Gutsherrn
Janusz und dem Goralen-Mädchen Halka eine hochpolitische Oper, in der die sozialen
Strukturen der Bevölkerung widergespiegelt wurden. Der Staat war streng hierarchisch
organisiert, in weiten Teilen gab es noch Leibeigenschaft und immer wieder flammten
Aufstände gegen die feudalistische Gesellschaftsordnung und die Fremdherrschaft auf.
Aufgrund des explosiven Inhalts erwies es sich für Moniuszko als schwierig, eine Bühne zu
finden, die das ursprünglich zweiaktige Werk zur Uraufführung bringen wollte. 1848 kam es
in Wilna, wo Moniuszko als Kapellmeister tätig war, zu einer konzertanten Aufführung, die
szenische Erstaufführung erfolgte sechs Jahre später ebendort und wurde ein großer Erfolg.
Für die Erstaufführung in Warschau am 1. Jänner 1858 erweiterte Moniuszko sein Werk auf
vier Akte. In dieser Form wurde Halka noch triumphaler aufgenommen und erlangte
gemeinsam mit ihren Schöpfern ihren verdienten Ruhm.

Die Bedeutung von Halka für das Selbstverständnis der polnischen Nation wird nicht zuletzt
dadurch verdeutlicht, dass die Opera Wrocławska in Breslau wenige Monate nach dem Ende
des Zweiten Weltkriegs genau mit diesem Werk wiedereröffnet wurde – nach einer Zeit also,
in der die totale Vernichtung der polnischen Kultur durch die deutschen Nationalsozialisten
versucht worden war.
In dieser Koproduktion mit dem Teatr Wielki Warschau wird die Créme de la Créme der
polnischen Musiktheaterszene aufgeboten. Die Neuproduktion feiert am 15. Dezember 2019
im Theater an der Wien ihre Premiere bevor sie ab 11. Februar 2020 am Teatr Wielki
aufgeführt wird.
Die musikalische Leitung hat der ICMA-Preisträger Łukasz Borowicz inne, Regie führt der
künstlerische Leiter des Teatr Wielki und Gewinner des International Opera Awards 2018
Mariusz Treliński. Der slowakische Designer Boris Kudlička zeichnet für die Bühne
verantwortlich, Dorothée Roqueplo für die Kostüme. Das Lichtdesign wird von Marc Heinz gestaltet. Weitere Mitglieder des Leading Teams sind Łukasz Pycior (Haar- und Make up-
Design), Bartek Macias (Videodesign), Tomasz Wygoda (Choreografie) und Piotr Gruszczyński (Dramaturgie).

An der Spitze des hochkarätigen Sängerensembles steht Weltstar Kammersänger Piotr Beczała,
ebenfalls Preisträger des International Opera Awards 2018, die Titelrolle wird von der
amerikanischen Sopranistin Corinne Winters verkörpert. Alexey Tikhomirov singt den
Stolnik, Natalia Kawałek seine Tochter Zofia. Als ihr Verlobter Janusz wird – neben den
Hausdebüts von Piotr Beczała und Corinne Winters – KS Tomasz Konieczny zum ersten
Mal am Theater an der Wien zu erleben sein, den Haushofmeister Dziemba übernimmt
Lukas Jakobski, der vergangene Saison höchst erfolgreich als Leuthold in Guillaume Tell
am Theater an der Wien gastierte. Die Rolle des Dudarsz wird von dem Bassbariton Sreten
Manojlović verkörpert.

Es spielt das ORF Radio-Symphonieorchester Wien und singt der Arnold Schoenberg
Chor (Ltg. Erwin Ortner).

Zur Inszenierung

Stanisław Moniuszkos Halka gilt gemeinhin als die polnische Nationaloper. Traditioneller-
weise wird die Handlung von Halka in der Entstehungszeit der Oper angesiedelt und in historisierender Ausstattung gezeigt. Mariusz Treliński und sein Team werden im Theater an
der Wien Halka zeitlich neu verorten. So wird das Werk in die 1970er Jahre – in die Zeit des
Niedergangs des Kommunismus in Polen – transportiert. Der Regisseur betont, damit ein
wenig von dem „patriotischen“ Aspekt der Oper abkommen zu wollen und so den Fokus auf
die starken Charaktere zu lenken. Es ist ihm ein wichtiges Anliegen die sozialen Verhältnisse
zu beleuchten und vor allem das unverhältnismäßig starke Gefälle zwischen arm und reich
zu zeigen.

THEATER AN DER WIEN Pressekonferenz HALKA anlässlich des Probenstarts, 08.11.2019

WANN?

Premiere: Sonntag, 15. Dezember 2019, 19:00 Uhr bis ca. 21:30 Uhr (Pause ca. 20:05 Uhr)

Aufführungen: 17. / 19. / 22. / 29. / 31. Dezember 2019, 19:00 Uhr

https://www.theater-wien.at/de/programm/production/873/Halka

Wir können Halka kaum erwarten!

Ihre Leonore, Ihr Florestan

 

Hier ein paar erste Eindrücke. Fotos: Monika Rittershaus

Könnte Ihnen auch gefallen

Alle Abomodelle vergünstigt

Lorin Maazel auf fidelio

90 Jahre Lorin Maazel

Der Rosenkavalier

Pùnkitititi!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.