Salome fordert den Kopf

HERODES
In einer Silberschüssel…
Gewiss doch…
in einer Silberschüssel.
Sie ist reizend, nicht?
Was ist’s,
das du in einer Silberschüssel
haben möchtest,
o süße, schöne Salome,
du, die schöner ist
als alle Töchter Judäas?
Was sollen sie dir
in einer Silberschüssel bringen?
Sag es mir!
Was es auch sein mag,
du sollst es erhalten.
Meine Reichtümer gehören dir.
Was ist es,
das du haben möchtest, Salome?

 

SALOME
Den Kopf des Jochanaan.

Die wohl berühmteste Skandaloper der Operngeschichte steht heuer in Salzburg am Programm. Österreichs Star-Dirigent Franz Welser-Möst steht am Dirigentenpult der Wiener Philharmoniker, was einen musikalischen Hochgenuss verspricht. An der Spitze der Produktion steht Salome-Interpretin Asmik Grigorian, die von Experten als große Entdeckungen der Festspiele in diesem Jahr gelten soll.

Für die Regie seines Zeichens verantwortlich ist der italienische Wunderregisseur Romeo Castellucci. Dabei nutzt er die schroffe Landschaft der aus dem Mönchsberg geschlagenen Arkaden als Symbol des Erstickens. Salome, die femme fatale par excellence, von allen Seiten bedrängt, steht im Mittelpunkt der Inszenierung. Der Tanz der sieben Schleier muss den Höhepunkt des Abends bilden und soll an Dramatik und Fesselung kaum zu überbieten sein. Interessant auch bei Castellucci, dass nicht der abgeschlagene Kopf am Silbertablett fokussiert wird, sondern die Einsamkeit Salomes und der schlachtende Akt der Enthauptung.  Zum Stream

Skandal an der Oper

Schon die literarische Vorlage der Oper war ein glatter Skandal. Oscar Wildes Bühnenstück fiel vor allem in England der Zensur zum Opfer. Ein biblischer Stoff verknüpft mit Themen der Begierde und Grausamkeit, wie Wilde es darstellte, konterkarierte schlichtweg mit den Wertvorstellungen der damaligen Gesellschaft. Doch nicht nur in England sondern auch in Österreich spielten sich ähnliche Szenen ab. Der bereits etablierte, berühmte Dirigent und Komponist Richard Strauss verwendete ein übersetztes Libretto, das er persönlich nochmal anpasste für einen Einakter. Als 1905 in Dresden die Uraufführung stattfand, war unter der Leitung Gustav Mahlers eine gleichzeitige Aufführung in der Wiener Hofoper geplant. Doch der kaiserliche Hofzensor verbot die Oper wegen „Sittlichkeit beleidigender Handlung“. Schließlich gab es im Folgejahr eine österreichische Erstaufführung in Graz, doch an der Wiener Hofoper erklang „Salome“ erst nach dem Fall der Monarchie im Jahr 1918.

 

Abschließend noch ein paar Worte von Kulturjournalist Heinz Sichrovksy zur diesjährigen Aufführung der „Salome„.

Sehen Sie die Salome hier on demand.

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