Mozarts Autograp eines Ausschnitts seines Requiem in d-Moll

Requiem – stille Meditation und unbändige Anklage

Die Bezeichnung „Requiem“ ist abgeleitet von den Anfangsworten des Introitus (lat.: „Einzug“) zu einer Totenmesse: „Requiem aeternam dona eis Domine“ (lat.: „Ewige Ruhe gib ihnen, Herr“) und ist eine Sonderform der Messe. Vielfach inspirierte der Text herausragende Komponisten verschiedener Epochen, wobei insbesondere die berühmte Sequenz Dies irae (lat.: „Tag des Zorns“) spektakulär hervorsticht und auch als Filmmusik vielfach Verwendung findet. Waren Requiem-Kompositionen zu Mozarts Zeiten häufig als Auftragswerke von Fürsten in Vorbereitung auf den Tod oder auch zu Ehren bedeutender Verstorbener noch ausschließlich der liturgischen Messfeier vorbehalten, so emanzipierte sich das Requiem im Laufe der Zeit als eigenständige musikalische Form und fand Eingang in die Konzerthäuser. Die Requien jüngeren Datums haben auch einen inhaltlichen Wandel vollzogen: So geht es dabei häufig, um die Anklage menschlichen Leids im Allgemeinen oder auch im Besonderen gegen den Krieg (z. B. „Britten’s „War Requiem“ (auf fidelio mit der wunderbaren Anna Netrebko)).

Florestan erlaubt sich Ihnen drei Werke dieser Gattung im Detail vorzustellen:

Der Puls in die Ewigkeit

Das Requiem von Wolfgang Amadeus Mozart erfreut sich bis heute ungebrochener Beliebtheit, vermutlich auch aufgrund des ihm umgebenden Mythos: Mozart, bereits gezeichnet von schwerer Krankheit, komponierte gut zwei Drittel des Werkes, welches sein Schüler Franz Xaver Süßmayr, nach seinem Tod im Jahr 1791, vollendete. Das vermutlich Letzte, was Mozart schrieb, waren die ersten 8 Takte des Lacrimosa (lat.: „Die Tränenreiche“), welche klanglich ohne Anfang und Ende in die Ewigkeit pulsieren zu scheinen. Auf fidelio finden Sie eine legendäre „All-Star“-Aufnahme des Mozart-Requiems mit den Gesangssolisten Gundula Janowitz, Christa Ludwig, Peter Schreier und Walter Berry sowie den Wiener Symphonikern unter Karl Böhm.

Mozart Requiem unter Karl Böhm in der Piaristenkirche
Mozart Requiem unter Karl Böhm in der Piaristenkirche

Verdis „beste Oper“

Der Tod von Gioachino Rossini gab Giuseppe Verdi ersten Anlass sich mit einer möglichen  Requiem-Vertonung gemeinsam mit anderen italienischen Komponisten auseinanderzusetzen. Das Projekt konnte nicht realisiert werden. So bewog der Tod des von ihm verehrten Dichters Alessandro Manzoni Verdi fünf Jahre später ein Requiem, seiner alleinigen Urheberschaft zu komponieren, welches 1874 zur Uraufführung gelangte. Verdi bestimmte es als sein letztes Werk und wollte danach dem Komponieren abschwören (was er zum Segen der Menschheit doch nicht Tat und mit „Othello“ und „Falstaff“ sein Schaffen abermals krönte). Besonders herauszuheben ist das monumental-theatrale Dies irae dieser Komposition , welches ein eindrucksvolles Bild des Jüngsten Gerichts zu zeichnen scheint und wohl auch Grund dafür war, dass die Gazetten der damaligen Zeit von Verdis „bester Oper“ sprachen. Verdis „Messa da Requiem“ wird Ihnen auf fidelio mit Startenor Luciano Pavarotti unter der Leitung von Herbert von Karajan präsentiert.

Verdis "Messa da Requiem" unter Herbert von Karajan - Gesangsolisten (v.l.n.r.): Leontyne Price, Fiorenza Cossotto, Luciano Pavarotti, Nicola Ghiaurov
Verdis „Messa da Requiem“ unter Herbert von Karajan – Gesangsolisten (v.l.n.r.): Leontyne Price, Fiorenza Cossotto, Luciano Pavarotti, Nicola Ghiaurov

 

Der Seele auf den Grund gehen

„Seit Bachs h-Moll-Messe und Beethovens Missa solemnis ist nichts geschrieben worden, was auf diesem Gebiete sich neben Brahms’ deutsches Requiem zu stellen vermag“, schreibt der strenge Kritiker Eduard Hanslick im Jahr der Uraufführung des erwähnten Werks 1869. Brahms verwendet hierbei nach protestantisch-lutherischer Tradition deutsche Texte aus unterschiedlichen Teilen des Neuen Testaments, welche Vergänglichkeit und Auferstehung sowie Trost, Leid und Klage thematisieren. Die fünfsätzige Struktur hat meditativen Charakter und verzaubert durch die Verwobenheit von Chor und Gesangsolisten. Der Experte fürs „deutsche“ Fach Christian Thielemann schwingt auf fidelio den Taktstock und erweckt „Ein deutsches Requiem“ von Johannes Brahms in all seiner Tiefgründigkeit zum Leben.

"Ein deutsches Requiem" von Johannes Brahms dirigiert von Christian Thielemann
„Ein deutsches Requiem“ von Johannes Brahms dirigiert von Christian Thielemann

Nehmen sie sich Zeit für Ihr Seelenheil und genießen Sie diese Meisterwerke in Ihrer fidelio Klassithek.

Ihr Florestan

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