rolando villazon

Portrait: Rolando Villazón

Es gibt wohl kaum jemanden, auf den die Bezeichnung Tausendsassa besser passt, als auf Rolando Villazón. Ist er doch Startenor, Dr. Rollo der Clown, Regisseur, Schriftsteller und neuerdings auch Intendant der Mozartwoche in Salzburg. Seine fünfjährige Intendanz verspricht sehr viel und beginnt mit einem Paukenschlag (T.H.A.M.O.S.). Ich erlaube mir Ihnen den Werdegang dieses einzigartigen Künstlers wiederzugeben:

Doch kein Priester

Der junge Villazón will ursprünglich Priester oder Schauspieler werden bis ihn der Leiter der mexikanischen Akademie der bildenden Künste eines Tages zufällig singen hört und ihn überredet seine Stimme ausbilden zu lassen. Seine Liebe zur Oper beginnt… Der große Durchbruch erfolgt schließlich 1999 bei Plácido Domingos Gesangswettebewerb „Operalia“, wo er zum Gewinner des Zarzuela- und des Publikumspreises gekürt wurde.

Die obere Liga

Von dann an ereignet sich ein kometenhafter Aufstieg: Er singt seine Paraderollen wie Des Grieux (Manon), Rodolfo (La bohème) sowie Don José (Carmen) an den großen Opernhäusern wie der Berliner Staatsoper, der Bayrischen Staatsoper und der Opera Los Angeles. Weit über die Grenzen der Opernwelt hinaus wird Villazón durch sein Debüt bei den Salzburger Festspielen als Alfredo in Verdis „La Traviata“ bekannt. Ihm zur Seite steht damals die nicht minder berühmte Anna Netrebko als Violetta. Gemeinsam avancieren sie zum absoluten Traumpaar der Salzburger Festspiele, da sie die Rollen nicht bloß gesanglich, sondern mit Leib und Seele ausfüllen.

Krise

2006 bekommt Villazón erste gesundheitliche Probleme und zieht sich ein Jahr später von der Bühne zurück. Nach einem Comeback 2008 muss er sich aufgrund einer Stimmbandzyste abermals zurückziehen. Diese Zeit geht auch psychisch nicht spurlos an Villazón vorüber und er schlittert in ein Burnout. Aber er wäre nicht Rolando Villazón, wenn er nicht stärker und voller neuer Ideen wieder zurückkehrt.

Comeback und weitere Kunststücke

Höchst erfolgreich versucht sich Villazón nun neben seiner Gesangskarriere auch als Regisseur und feiert sein Debüt mit Massenets „Werther“ an der Opéra Lyon, um dann auch in Baden-Baden, Berlin und Wien zu inszenieren. Auch im Fernsehen ist der immer schon ein Publikumsliebling gewesene Sänger als Moderator unterschiedlicher Formate zu sehen. 2013 erscheint sein Erstlingsroman „Malabares“ (span. „Kunststücke“), der in mehrere Sprachen übersetzt wird. Als Sänger nimmt er sich auch ungewöhnlichen Herausforderungen an: So singt er 2018 in Baden-Baden die Bariton-Rolle des Vogelfängers „Papageno“ in Mozarts „Zauberflöte“.

Genießen Sie diesen Ausnahmekünstler als großen Sänger, aber auch die unter seiner Intendanz vom 24. Jänner bis 03. Februar stattfindende „Mozartwoche“ auf fidelio.

Ihr Florestan

Für weitere Infos:

-> Editorial auf fidelio

-> Mehr Informationen zur Mozartwoche

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