Portrait: Renée Fleming

Das Alter einer Dame sollte von einem wahren Gentleman vor allem am Valentinstag zwar nicht thematisiert werden, aber bei so viel Glanz und Gloria, wie diese Künstlerin sie in ihrer Karriere durchlebt hat, kann ihr das allerdings nichts anhaben: deshalb wollen wir von fidelio Renée Fleming herzlich zum 60. Geburtstag gratulieren und dieser wunderbaren Sängerin ein Portrait widmen.

Der Gesang ist ihr in die Wiege gelegt

Geboren in Pennsylvania wächst Fleming als Kind zweier Gesangslehrer in New York auf. Der Weg zur Sängerin scheint vorbestimmt und so studiert sie zunächst an der SUNY Potsdam Gesang, wobei sie häufig, auch um sich ihr Studium zu finanzieren, mit Jazz-Musikern in einer Bar auftritt. Nach einigen Zwischenstationen (auch in Europa) studiert sie schließlich an der renommierten Juilliard School, wobei sie ihre ersten Erfahrungen als Opernsängerin im dazugehörigen Opera Center u. a. als Musetta sammelt. Ihr erstes Engagement für eine Hauptrolle führt sie nach Österreich ans Salzburger Landestheater, wo sie die Konstanze in Mozarts “Die Entführung aus dem Serail” singt.

Durchbruch

1988 gewinnt Fleming die Metropolitan Opera Audition und debütiert als viel bejubelte “Contessa” in “Le nozze di Figaro” an der Houston Grand Opera. Von nun an singt sie die großen Rollen ihres Faches wie Rusalka oder Micaela an verschiedenen amerikanischen Opernhäusern. Es folgt ihr Debüt an der Metropolitan Opera New York, wo sie auch mit ausgefallenen Rollen wie der “Lulu” in Alban Bergs gleichnamigem Werk überzeugt. Auch die europäische Opernwelt beginnt sich bald für Fleming zu interessieren: So singt sie beispielsweise Eva in Wagners “Meistersinger” bei den Bayreuther Festspielen oder auch Donna Anna in “Don Giovanni” in einer Produktion der Opéra Paris. Dennoch bleibt sie der MET ihre ganze Karriere hindurch treu. Auch das Konzertrepertoire wird ihr immer mehr ein Anliegen, bekannt wird sie vor allem auch mit Strauss’ „Vier letzte Lieder“, aber auch mit Orchesterliedern anglo-amerikanischer Komponisten.

Superstar

Ihre erstaunliche Karriere bietet einen Höhenflug nach dem anderen: Die 2000er bringen ihre Debüts an allen großen europäischen Opernhäusern wie der Wiener Staatsoper, der Royal Opera Covent Garden sowie dem Opernhaus Zürich. Sie brilliert groß in den tragenden Partien der Strauss’ Opern “Arabella”, “Der Rosenkavalier” und “Capriccio”, aber auch als Violetta (La traviata) und Tatjana (Eugen Onegin). Schließlich wendet sie sich mehr und mehr der Konzertbühne zu und ist immer seltener in Opernproduktionen zu erleben. Weiter geht sie auch gänzlich neue Wege…

Cross-over

Ihr Talent abseits des klassischen Gesangs stellt sie mehrfach unter Beweis, ihre Diskographie bringt Interessantes zu Tage: ein Jazz-Album mit Gedichten nach Rainer Maria Rilke (Love Sublime), ein Weihnachtsalbum in der Tradition des amerikanischen Swing (Christmas in New York), ein Best of Broadway Musicalalbum (Broadway) bis hin zum Album Distant light, wo sie Songs der Isländischen Pop-Ikone Björk covert oder dem Rockalbum Dark Hope. Außerdem setzt sie ihre Stimme auch in Filmmusik häufig ein: So zuletzt bei den beiden mit Oscars prämierten Filmen “The Shape of Water” und “Three Billboards outside Ebbing Missouri”. Erst 2018 debütiert sie am Broadway in Sondheims Musical “Carousel” und ist somit bis heute für Überraschungen gut.

Renée Fleming wird uns bestimmt noch lange mit ihrem Gesang und ihrer einzigartigen Persönlichkeit erfreuen. Auf fidelio können sie die Sopranistin bei einem intimen Liederabend im Wiener Musikverein erleben. Vorab sehen Sie hier einen Ausschnitt aus dem Liederabend:

 

Viel Spaß dabei!

Ihr Florestan

Renée Flemming bei einem Liederabend im Wiener Musikverein
Renée Fleming bei einem Liederabend im Wiener Musikverein

Könnte Ihnen auch gefallen

200 Jahre Clara Schumann

wolfgang wagner

100 Jahre Wolfgang Wagner

Dirigent mit Brille am Dirigentenpult

7 kuriose Fakten über Karl Böhm

Franz Welser-Möst: Ein Portrait

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.