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Portrait: Christian Thielemann

Christian Thielemann wird dieses Silvester vermutlich auf ein Glas Champagner verzichten, dirigiert er doch am darauffolgenden Tag zum ersten Mal das weltberühmte Neujahrskonzert und zeigt sich dabei nicht nur 2000 Konzertbesuchern im goldenen Musikvereinssaal sondern auch rund 40 Millionen Menschen vor den Fernsehbildschirmen. Anlässlich dieser Krönung einer wahren Bilderbuchkarriere erlaube ich mir für Sie ein kurzes Porträt über den Ausnahme-Dirigenten zusammenzustellen:

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Thielemann mit den Wiener Philharmonikern im goldenen Musikvereinssaal

Anfänge

Nach Studien in Klavier und Bratsche an der Hochschule für Musik Berlin wird Thielemann mit 19 Jahren Korrepetitor an der Deutsche Oper Berlin und außerdem Assistent von Herbert von Karajan. Bald aber verdient er sich erste Sporen als Dirigent in mehreren kleineren Opernhäusern bis er schließlich Generalmusikdirektor am Staatstheater Nürnberg wird. Zu dieser Zeit kommt er auch viel mit der sog. “leichten Muse” in Berührung: zu seiner ersten Operette zählt Lehárs “Lustige Witwe”. Auch am grünen Hügel bei den Bayreuther Festspielen sammelt er erste Erfahrungen und assistiert Maestro Daniel Barenboim.

Weltkarriere

Tourneen  führen Thielemann in die  USA, wo er auch erste Engagements an der Metropolitan Opera bekommt. 1997 wird Thielemann zum GMD der Deutschen Oper Berlin berufen. Danach wechselt er nach Differenzen mit dem künstlerischen Leiter für dasselbe Amt zu den Münchner Philharmonikern. Schließlich tritt Thielemann die Stelle an, die er bis heute innehat: Chefdirigent der Staatskapelle Dresden. Gemeinsam mit diesem Orchester gestaltet er als künstlerischer Leiter seit dem Jahr 2013 auch die Salzburger Osterfestspiele, wo er mit dem veristischen Double Pagliacci & Cavalleria Rusticana für Aufsehen sorgte.

Echte Liebe währt ein Leben lang

Der Komponist, der untrennbar mit Christian Thielemann verbunden ist, ist wohl Richard Wagner: Mit der Interpretation seiner Opern gelingt ihm im Laufe seiner Karriere immer wieder der Durchbruch und seit 2000 ist er von den alljährlich stattfindenden Bayreuther Festspielen nicht mehr wegzudenken: Eigens für ihn wird 2015 der bis dahin für die Festspiele nicht vorgesehene Titel eines “Musikdirektors” kreiert. Auch auf fidelio finden sich Zeugnisse von Thielemanns besonderer Leidenschaft zu Richard Wagner wie zum Beispiel “Die Meistersinger von Nürnberg” aus der Wiener Staatsoper 2008 oder auch “Lohengrin” aus der Semperoper 2016, einer Produktion bei der Anna Netrebko und Piotr Beczała ihr Debüt im Wagnerfach gaben.

Man darf gespannt sein, wie Christian Thielemann, als Mann für das ernste Fach, mit der spritzigen Unterhaltungsmusik der Strauss-Dynastie umgehen wird. In Anspielung auf das fehlende Glas Champagner am Silvesterabend passt wohl folgendes Zitat des deutschen Dirigenten: “Manchmal ist das Künstlersein ein Hundeleben auf hohem Niveau.”

Einen guten Rutsch ins musikalische neue Jahr – am besten gleich mit dem traditionsreichen Neujahrskonzert- wünscht Ihnen Ihr Florestan.

c Matthias-Creutziger
Christian Thielemann und die Staatskapelle Dresden bei den Salzburger Osterfestspielen

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