Andris Nelsons

Portrait: Andris Nelsons

Andris Nelsons feiert heute seinen 40. Geburtstag. Wir wünschen dem Dirigenten Alles Gute und haben in diesem kurzen Portrait einiges Interessantes und Wissenswertes über den Dirigenten zusammen getragen.

Wunderknabe:

Nelsons wurde am 18.11.1978 als Einzelkind in der lettischen Hauptstadt Riga in eine regelrechte Musikerfamilie geboren: die Mutter ist Musikpädagogin, Chorleiterin und Gründerin des Alte Musik-Ensembles „Canto“, der Vater ebenfalls Chordirigent und zudem Cellist. Bald fand er zu „seinem“ Instrument, der Trompete. Angeblich deshalb, weil ihn das „Klavierspielen“ zu sehr stresste. Bereits als Jugendlicher wird Nelsons Trompeter im Orchester der lettischen Nationaloper, wo er 2003, nach seinen Dirigierstudien in Riga und St.Petersburg auch die Chefdirigentenstelle übernehmen werden soll – und das mit nur 24 Jahren.

Prägendes Erlebnis: Tannhäuser

Als Andris Nelsons seine erste Oper sah, Wagners „Tannhäuser“, war er derartig beeindruckt, dass er drei Tage lang fieberte, weinte und nicht schlafen konnte. Die Eltern fürchteten, ihr Sohn wäre verrückt geworden. Nelsons selbst sagt über dieses Erlebnis seiner frühen Kindheit:  „…it had a hypnotic effect on me. I was overwhelmed by the music. I cried when Tannhäuser died. I still think this was the biggest thing that happened in my childhood.“ Nach wie vor ist Richard Wagner Andris Nelsons ausgesprochener Lieblingskomponist.

Sein Mentor: Mariss Jansons

Nelsons studierte an der lettischen Musikakademie und anschließend am Sankt Petersburger Konservatorium bei Alexander Titow. Nebenbei belegte er Meisterkurse bei namhaften Dirigenten wie Neeme Järvi und Jorma Panula. Auch bei Mariss Jansons nahm er Privatunterricht, den er als einen wichtigen Mentor bezeichnet. Mariss Jansons wurde auf den jungen Nelsons aufmerksam, als bei dessen Gastspiel mit den Osloer Philharmonikern in Riga der Solotrompeter erkrankte und Nelsons kurzerhand einsprang, um die zweite Konzerthälfte zu spielen.

Bayreuth: Eklat am grünen Hügel

Im Sommer 2016 kommt es in Bayreuth zum Eklat: Andris Nelsons verlässt kurz vor der Premiere des „Parsifal“, den er hätte dirigieren sollen, den grünen Hügel. In der Presseerklärung wird sein Abgang eher kryptisch mit „atmosphärischen Störungen“ und „unterschiedlichen Auffassungen“ begründet. Den Namen seines Widerparts nennt dabei keiner, aber in der Branche zweifelt kaum jemand daran, dass es sich um Christian Thielemann handeln muss, der seit 2015 den neu erfundenen Posten des Bayreuther Musikdirektors innehat. Andris Nelsons selbst gilt als unkomplizierter Maestro, dem alles Divenhafte fremd ist; aber auch er hat anscheinend seine Schmerzgrenzen, zumindest wenn sich jemand in sein Dirigat einmischt, wie es hier der Fall gewesen sein dürfte. Dabei ist Nelsons Bayreuth-Debut mit „Lohengrin“ 2010 ein fulminanter Erfolg, und auch der Vertrag für den „Ring“ 2020 ist und bleibt unterschrieben. Gut so, denn gerade bei seinem Lieblingskomponisten Richard Wagner kann Andris Nelsons seine Stärken besonders gut zeigen, nämlich diese einzigartige Mischung von strukturierter, immer perfekt vorbereiteter Ernsthaftigkeit mit ansteckender, brennender, kraftvoller Leidenschaft.

Karrierehighlights

Andris Nelsons ist aktuell 21. Kapellmeister des Leipziger Gewandhausorchesters, sowie Chefdirigent und Musikdirektor des Boston Symphony Orchestra. Seit seiner ersten Chefdirigentenstelle an der lettischen Nationaloper war Nelsons bereits Chefdirigent der Nordwestdeutschen Philharmonie in Herford, ebenso wie des City of Birmingham Symphony Orchestras. Er tritt seither auch als Gastdirigent an allen wichtigen Häusern dieser Welt auf und ist als eine der „entscheidenden Gestalten einer neuen Generation von Dirigenten“ zu sehen, wie Heinz Sichrovsky uns in einem Interview verriet.

Erfahren Sie mehr über diesen beeindruckenden Dirigenten hier und erleben Sie Andris Nelsons hautnah auf fidelio – etwa wenn er Strauss und Wagner dirigiert aus dem Concertgebouw Amsterdam, beim Konzert für Österreich aus dem Wiener Musikverein, Bizets Carmen aus der Wiener Staatsoper oder die Ouverture Spirituelle von den Salzburger Festspielen 2018.

Dirigent: Andris Nelsons
Andris Nelsons

 

Quellen:

https://www.myfidelio.at/andris-nelsons/
https://web.archive.org/web/20120224182327/http://www.kdschmid.de/en/Kuenstler/Nelsons.php

 

 

 

 

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