Franz Welser-Möst: Ein Portrait

Franz Welser-Möst ist einer der angesehensten und erfolgreichsten Dirigenten unserer Zeit. Durch seine innovative Denkweise und sein besonderes Engagement gelingt es dem zielstrebigen Oberösterreicher, speziell junge Menschen für die Welt der klassischen Musik zu begeistern. Doch wie kam Welser-Möst überhaupt zum Dirigieren? Und worauf fußt sein unglaublicher Erfolg?

 

Und Erstens kommt es anders…

Noch während seiner Schulzeit am Linzer Musikgymnasium träumte Welser-Möst von einer Karriere als Violinist bei den Wiener Philharmonikern.

Am 19. November 1978 machte sich Franz Welser-Möst auf den Weg nach Steyr, um das dort einst komponierte Forellenquintett anlässlich des 150. Geburtstages von Franz Schubert aufzuführen. Dabei erlitt der damals 18-jährige Geiger einen tragischen Schicksalsschlag. Bei einem Autounfall brach er sich drei Rückenwirbel, was seine Karriere als Violinist mit einem Schlag beendete. Nie wieder konnte der Musiker seine Geige halten. In der Folge widmete sich Welser-Möst dem Dirigierstudium und schlug damit eine ganz neue musikalische Laufbahn ein. Durch dieses tragische Ereignis erklärt der heutige Dirigent auch seine Vorliebe für die Musik Franz Schuberts.

 

„Ich mach‘ nicht Dinge, die ich nicht machen will“

Im Festspielgespräch mit Barbara Rett zeigt sich der Künstler selbstsicher und reflektiert. Er mache nur Dinge, die er auch wirklich machen will – und genau da könnte auch das Erfolgsrezept des Ausnahmedirigenten liegen.

Franz Welser-Möst beweist sein außergewöhnliches Können als Dirigent in vielerlei Hinsicht. Ein bemerkenswerter Erfolg ist ihm mit dem Cleveland Orchestra, das er nun seit 18 Jahren leitet, gelungen. Unter seiner Leitung wurde das Orchester binnen kürzester Zeit für seine exzellenten Leistungen international hochgelobt und von der New York Times sogar als „Amerikas bestes Orchester“ ausgezeichnet. Außerdem gelang es dem Dirigenten durch innovative Projekte speziell junges Publikum für sein Orchester zu gewinnen: ein Fünftel der Cleveland-Konzertbesucher ist nämlich unter 25 Jahre alt – ein riesiger Triumph.

 

Der Künstler ist ein gern gesehener Gast in Europa, den USA und in China. Durch eine enge künstlerische Verbindung mit den Wiener Philharmonikern übernimmt Welser-Möst regelmäßig die musikalische Leitung im Wiener Musikverein, sowie im Rahmen von gemeinsamen Konzerttourneen in Australien, Japan, China und den USA. Außerdem dirigierte er bereits zweimal das berühmte Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker, was einen besonderen Höhepunkt in seiner künstlerischen Karriere darstellt. Der Dirigent, der sich auch gemeinsam mit dem Orchester für Flüchtlinge einsetzt, schätzt bei den Wiener Philharmonikern ganz besonders den „Austausch auf Augenhöhe“.

„Ich glaube, dass wir von den antiken Griechen wieder lernen können eine gewisse Gelassenheit dem Leben gegenüber, und vor allem auch die Erkenntnis, dass Ängste und auch viele andere Emotionen irrational sind.“

Franz Welser-Möst dirigiert zudem regelmäßig bei den renommierten Salzburger Festspielen. 2018 schrieb er mit seiner „Salome“ Festivalgeschichte, sodass das Werk im August 2019 unter seiner Leitung in der Felsenreitschule wiederaufgenommen wird.

 

Wir sind gespannt, wie es mit dem Star-Dirigenten, der nächstes Jahr seinen 60. Geburtstag feiern wird, weitergeht und welche Höhepunkte uns noch erwarten werden. Bis dahin finden Sie in unserer fidelio-Klassithek Mösts Riesenerfolg aus Salzburg, eine Opernaufnahme der „Salome“ und ein Interview des Dirigenten mit Salome-Schwerpunkt mit der ORF Opernexpertin Barbara Rett. Sehen Sie hier, wie das Weltorchester Die Wiener Philharmoniker dirigiert, so wie Beethovens einzige Oper „Fidelio“ mit Jonas Kaufmann. Die New York Times berichtete über diese Inszenierung: „Der Dirigent Franz Welser-Möst erhielt neben den exzellenten Sängern, vor allem den beiden Hauptrollen, große Ovationen. Diese sind Startenor Jonas Kaufmann, der eine packende Darstellung des Florestan liefert, und die fesselnde, hellstimmige Sopranistin Adrianne Pieczonka als Leonore“. Erleben Sie Franz Welser-Möst außerdem in Puccinis „La fanciulla del West“ aus der Wiener Staatsoper.

 

Ihr Florestan

 

 

 

Quellen:

Schmitz, Rainer und Ure, Benno (2018): Wie Mozart in die Kugel kam. Kurioses und Überraschendes aus der Welt der klassischen Musik, S. 80

https://www.welsermoest.com/biography/

https://www.clevelandorchestra.com/about/musicians-and-conductors/franz-welser-most/

https://www.salzburgerfestspiele.at/a/franz-welser-moest

Ö1 Klassik-Treffpunkt vom 27. Juni 2015, ca. bei Minute 77

Franz Welser-Möst – Statement zum Wiener Philharmoniker Haus für Asylsuchende, online: https://vimeo.com/151771873

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