Bayreuther Festspielhaus

Die Bayreuther Festspiele

Die Richard Wagner Festspiele Bayreuth

Wer kennt es nicht: das Festspielhaus auf dem Grünen Hügel in Bayreuth und die dort seit 1876 jährlich – mit Unterbrechungen – stattfindenden Richard-Wagner-Festspiele. Ein Festival, das der Namensgeber selbst ins Leben gerufen hat, um seine Vorstellungen vom Gesamtkunstwerk verwirklichen zu können.

Nach wie vor zählen die Bayreuther Festspiele zu den wichtigsten Opernfestivals weltweit. Das macht sich nicht nur an den berühmten Gästen bemerkbar – prominente Politiker wie Angela Merkel oder der TV-Entertainer Thomas Gottschalk beschäftigen die Society-Kommentatoren jedes Jahr aufs Neue in Bayreuth – sondern auch daran, dass fast das gesamte „who is who“ der Opernwelt hier aufgetreten ist: Herbert von Karajan, Arturo Toscanini, Elisabeth Schwarzkopf, Birgit Nilsson, Cheryl Studer, Annette Dasch, Nina Stemme, Stephen Gould, Placido Domingo Heinz Zednik …

Die Bayreuther Festspiele sind international tonangebend und bringen maßstabsetzende Produktionen auf die Bühne – Stichwort „Jahrhundertring“ unter der Leitung von Patrice Chéreau und Pierre Boulez. Gleichermaßen ist das Festival jedoch auch nicht unumstritten und sorgt seit jeher für heftigen Diskussionsstoff.

Finanzielle Startschwierigkeiten

Die ersten Überlegungen zu Festspielen tätigte Wagner bereits um 1850. Der Plan reifte 26 Jahre und im August 1876 fand auf dem Grünen Hügel zu Bayreuth die erste szenische Aufführung des „Ring“ statt. Nach 3 Vorstellungszyklen schloss man jedoch mit einem finanziellen Desaster: die erste Festspielsaison brachte ein Defizit von umgerechnet ca. 1,15 Millionen Euro. Finanziert konnte das ganze nur mit Hilfe von König Ludwig II von Bayern.

Das Haus am Grünen Hügel

Ursprünglich hatte Wagner den Plan, die Bühne im Marktgräflichen Opernhaus Bayreuth für seine Festspiele zu adaptieren. Doch der hochbarocke Bau widersprach seiner Vision eines zeitgemäßen Theaters. Wagner selbst schuf Entwürfe im Stil der hellenistischen Romantik für ein neues Festspielhaus, welches Otto Brückwald bauen sollte. Am 22. Mai 1872, an seinem 61. Geburtstag fand die Grundsteinlegung statt und 3 Jahre später war es fertig gestellt.
Das Festspielhaus hat 1974 Sitzplätze, wobei die überwiegende Anzahl davon nach wie vor einfache Holzklappsessel ausmachen – vorstellbar unbequem für einen langen Opernabend. Dafür gilt die Akustik des Festspielhauses als einer der Besten weltweit.

Dunkle Vergangenheit

Problematische nationalistische und rassistischen Thesen Wagners bis hin zum persönlichen Naheverhältnis zwischen Winifred Wagner, Richard Wagners Schwiegertochter, und Adolf Hitler begleiten die Festspiele bis in die Gegenwart. In jüngster Zeit hat man sich aber auch mit diesem Kapitel der Geschichte selbstkritisch auseinandergesetzt, etwa durch die Präsentation der Ausstellung „Verstummte Stimmen. Die Bayreuther Festspiele und die Juden 1876 bis 1945“.

Family-Business

Der Familie Wagner spielt in Bayreuth seit Beginn der Festspiele und bis zum heutigen Tage eine zentrale Rolle in Bayreuth. Richard Wagner selbst hat die Festspiele ins Leben gerufen, es werden nach wie vor fast ausschließlich seine Opern aufgeführt und außerdem, ist die Festspielleitung bis zum heutigen Tage in Familienhand, wobei sich männliche und weibliche VertreterInnen der Wagner-Familie die Waage halten. Seit 2015 ist Katharina Wagner, selbst auch Opernregisseurin, künstlerische Leiterin und Geschäftsführerin der Bayreuther Festspiele.

Auf fidelio finden Sie diese Woche 2 neue Premieren aus Bayreuth: den Parsifal aus dem Jahre 1998 und die Meistersinger von Nürnberg aus dem Jahre 1999. Darüber hinaus finden Sie in der fidelio-Klassithek noch viele weitere Wagner-Opern aus Bayreuth.

Sehen Sie hier einen Ausschnitt aus der Verwandlungsmusik des Parsifals 1998:

https://www.youtube.com/watch?v=m_abdGZ_Udg

 

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