Kinder in einer Opernloge

Die 8 nervigsten Dinge im Konzertsaal

Wir kennen es alle. Endlich sind wir in der Oper oder im Konzertsaal auf unserem Platz angelangt und freuen uns auf das kommende Klangerlebnis. Doch unsere Sitznachbarn dämpfen unsere Freude mit nervigen Angewohnheiten. Wir haben eine Liste der lästigsten Dinge erstellt, die manche Konzertbesucherinnen und -besucher tun, um uns zu quälen:

1. HUSTEN

Es ist ein wahrhaftiges Phänomen der Opern- und Konzertwelt – nirgendwo sonst scheint es so viele von Ihnen zu geben, wie in den Opern- und Konzerthäusern dieser Welt: die Huster. Woher kommen Sie? Warum müssen Sie immer husten? Warum stecken sie Andere mit ihrer Husterei an? Sobald eine kurze Pause ist, fangen alle Leute wie auf Kommando an zu husten als gäbe es kein Morgen mehr.

Diese Hustenanfälle sind nicht nur für Musikgenießende im Publikum störend, sondern vor allem auch für die Künstler auf der Bühne. Der Dirigent Michael Tilson Thomas reagierte einmal wütend und warf Hustenbonbons ins Publikum und Keith Jarrett verlässt bei Husten sogar erbost die Bühne. Auch Pianist Alfred Brendel ist kein Hustenfreund. „Entweder Sie hören auf zu husten oder ich höre auf zu spielen!“, drohte er einst seinem Publikum in Hamburg. In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung sagte er, „Ich glaube, diese Leute bemerken gar nicht, dass sie stören. Es gibt viele, die heutzutage gewohnt sind, vor dem Fernseher zu sitzen, wo etwas herauskommt, aber nichts zurück. Die glauben, das ist im Konzert genauso, und merken gar nicht, dass es die Leute stört, die rund herum sitzen – und dass es der Pianist auf der Bühne manchmal besonders laut hört!“

Auch Sänger Thomas Hampson äußert sich in einem Gespräch mit „Die Zeit“ über das Husten im Konzertsaal. Er meint Husten sei menschlich, „nur, seltsamerweise wird fast nie gehustet, wenn die Musik sehr laut ist, obwohl es da am wenigsten stören würde. Wird die Musik aber leiser, geht es los: Hrr-Hmm!“ So werde bei leisen Stücken von Claude Debussy sehr viel, bei lauten Sinfonien von Peter Tschaikowsky sehr wenig gehustet. Hampson begründet dieses Verhalten so: „Mein Eindruck ist, Menschen haben als soziale Wesen das natürliche Bedürfnis, mitzusingen, so wie Vögel. Deshalb sind ihre Stimmlippen während eines Konzertes in ständiger Anspannung.“ Demnach entspannen sich bei einer leisen Passage die Stimmlippen und es folgen leider störende Huster.

2. KLATSCHEN (frühzeitig oder unangebracht)

Das Klatschen bevor eine Arie noch vorbei ist oder vorlaute Bravo-Schreie sind vollkommen unangebracht. Auch das Klatschen zwischen den Sätzen einer Symphonie ist verpönt, da die Konzentration und der ganze Zauber der Aufführung gebrochen wird. Zurecht reagieren Klassikbegeisterte genervt auf übereifrige Klatscher.

3. HANDYKLINGELN

Ein absolutes No-Go, das vielerseits gleichzustellen wäre mit einem Opernbann, einem Hausverbot (oder gar die Todesstrafe für so manche Klassikfanatiker) ist das schrille Erklingen eines Mobiltelefons während einer Arie oder einem Konzert. Der Übeltäter wird mit bösen Blicken bestraft und erstmal reagiert niemand – entweder aus Scham oder weil die Person nicht begreift, dass es sich um ihr Handy handelt. Dies macht die Situation noch schlimmer, denn das Klingeln läuft weiter und der Ärger steigt.

4. FLÜSTERN, PLAUDERN ODER REDEN

Es nervt im Kino und es nervt noch viel mehr im Konzert oder in der Oper. Personen, die unentwegt reden – ob laut in der Pause oder flüsternd während des Konzertes. Man möchte sich am Liebsten umdrehen und sie anschreien, sie mögen sich doch lieber in einem Kaffeehaus unterhalten. Die meisten Konzertbesucherinnen und -besucher tun das allerdings nicht und leiden still.

5. RASCHELN ODER KNISTERN / ESSGERÄUSCHE

Mit einem Konzertbesuch kommt anscheinend auch der Hunger. Oft scheint sich das Publikum so viel Proviant mit zu bringen, als würden sie auf eine mehrtägige Wanderung gehen. Zuckerl und Weingummi sind beliebte Snacks so wie Mannerschnitten, die besonders laute Essgeräusche hervorbringen und noch dazu bröseln. Oft putzen sich diese Personen dann auch noch die Brösel von der Jacke, die dann am genervten Sitznachbarn landen.

6. SCHLECHTER GERUCH DES SITZNACHBARN

Die traumhafteste Musik kann von einem schlechten Geruch des Sitznachbarn ruiniert werden. Schließlich genießen wir mit allen Sinnen. Sei es schlechter Mundgeruch, der muffige Geruch von Mottenkugeln oder der Klassiker: Schweißgeruch. Auch zu starke Parfums gelten als sehr störend. Manche Personen riechen, als hätten Sie den ganzen Tag in einer Parfümerie verbracht und 1000 Düfte auf einmal kombiniert und darin gebadet – Kopfwehgarantie!

7. ZAPPELPHILLIPP

Diese Personen können einfach nicht stillsitzen. Entweder sie wippen ununterbrochen mit dem Fuß, oder sie wechseln die Sitzposition und rutschen unruhig von einer Seite zur anderen. Oft haben diese unruhigen Geister auch während der Vorstellung das Verlangen nach irgendetwas in ihrer Tasche zu kramen oder auf die Uhr zu sehen.

8. ZUSPÄTKOMMENDE ODER PERSONEN, DIE FRÜHER GEHEN

Wenn man sich nicht die Zeit nehmen kann oder seine Zeit nicht gut einteilen kann, sollte man einen Opernbesuch vielleicht lieber lassen. Zuspätkommende zerstören den Anfang einer Oper oder eines Konzertes. Alle müssen erneut aufstehen und es kommt zu Unruhe. Auch Personen, die früher gehen um Menschenmassen beim Ausgang zu vermeiden oder nicht mehr sitzen möchten, gelten als störend und etwas respektlos.

 

Bei all diesen störenden Faktoren ist uns wohl der schlafende Konzertbesucher am liebsten. Es sei denn er oder sie schnarcht! 🙂

 

Wissen Sie noch weitere Angewohnheiten von Konzertbesuchern, die Sie besonders nerven?

Schreiben Sie es uns unten in die Kommentare.

Ihre Leonore,

 

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2 thoughts on “Die 8 nervigsten Dinge im Konzertsaal”

  1. Ja liebes Team,

    was ganz nervt sind die vielen Touris, die fallweise einfach das Handy für Textübersetzungen, aus Langeweile oder geschäftlich? lautlos eingeschalten lassen und so halt für lästige Beleuchtung sorgen!
    Daher wird Fidelio die Zukunft für mich sein…

    Herzlichst Robert

  2. Hallo, gehe sehr gerne in die Oper, störend für mich ist; hinter mir ständig jemand mit den Beinen gegen meinem Stuhl boxt. Viele Grüsse

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