Alle Progamme von der styriarte 2020 auf fidelio

Die sytyriarte 2020 ist vorbei, doch keine Sorge; ab sofort können Sie alle Programme der styriarte 2020 auf fidelio on demand nachsehen. Streamen Sie die das Grazer Musikfestival wann und wo Sie wollen.

1. Eröffnung

Am 1. Juli startete der österreichische Festspielsommer in der Grazer Helmut List Halle: mit der schnellsten Opernproduktion des Jahrhunderts, der Polit-Kurzoper „Die Musen vom Parnass“; eine Uraufführung.

Das Libretto stammt von Thomas Höft und wurde vor 7 Tagen, am 12. Juni, beauftragt. Die Musik kommt von der jungen österreichischen Komponistin Flora Geißelbrecht. Sie hat mit der Komposition am 13. Juni begonnen und sie vier Tage später fertiggestellt. Die sechs singenden Musen wurden von Wolfgang Atzenhofer in Szene gesetzt und von Lilli Hartmann eingekleidet. Hier geht’s zum Konzert.

2. Romantische Nacht

Wenn Peter Simonischek Klassiker der Schauerromantik liest, ist Gänsehaut garantiert. Nicht erst Bram Stokers „Dracula“ spielte mit den wohligen Schauern des Horrors. Das konnte der „Gespenster-Hoffmann“ im Berlin der frühen Romantik ebenso gut. E. T. A. Hoffmanns „Goldner Topf“ von 1814 ist ein düsterer Ritt durch die „Vigilien“ einer wahrhaft schauderhaften Nacht. Dazu passt sein Harfenquintett, meisterhaft gespielt vom Linzer Soloharfenisten Christoph Bielefeld und dem jungen Pacific Quartet aus Wien. Ein gespenstisches Scherzo von Mendelssohn und eine schemenhafte Burgherrin im Harfenklang runden diese literarisch-musikalische Geisterstunde ab. Wen es mehr nach Italien zieht, der sollte sich für die Variante mit Eichendorffs „Marmorbild“ entscheiden – schwärmerischer als Hoffmann, aber kaum weniger unheimlich. Erst kurz vor Mitternacht endet das Nachspiel dieses Abends: das 3. Streichquartett von Georg Friedrich Haas, musiziert in vollkommener Dunkelheit, eine Huldigung an den Nachtkomponisten Gesualdo. Zum Konzert

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PROGRAMM

Felix Mendelssohn: „Scherzo“ aus Quartett in f, op. 80

Gabriel Fauré: Une châtelaine en sa tour

E. T. A. Hoffmann: Quintett in c für Harfe und Streichquartett

Lesung aus Novellen von E. T. A. Hoffmann und Joseph von Eichendorff

3. Es wird Nacht , Señorita

Ist nicht das Träumen schöner als die Wirklichkeit? Natürlich, schließlich begegnen uns Traumprinzen nur in der Fantasie und nicht beim Greißler ums Eck. Da mag das Leben grad noch so eng und klein sein: Wenn man nur kurz die Augen schließt und seine Gedanken schweifen lässt, ist man schon in einer anderen Welt. Das kostet nicht viel und es kann jede und jeder – vor allem, wenn es wieder mal dunkel wird und man einsam und voller Sehnsucht in seinem Bett liegt. Und wenn man gar nicht weiß, was man sich denn wünschen könnte, dann hilft uns ein Schlager schnell aus der Verlegenheit. Denn hier finden wir in drei Minuten alles, was uns fehlt. Der Schlager entführt uns in eine Mondnacht auf Capri, er zaubert uns die schönste Señorita oder den leidenschaftlichsten Matrosen an unsere Seite und schenkt uns heiße Küsse. Dazu ist der Genuss auf jeden Fall ohne Reue, denn man muss weder eine teure Reise noch die Risiken echter Zweisamkeit auf sich nehmen. Eddie Luis und Die Gnadenlosen liefern das beste Gegenmittel zum Social Distancing: die Macht des Schlagers. Zum Konzert

4. Una notte veneziana

Eine Nacht in einem venezianischen Palazzo mit allem, was dazugehört: mit Flötentönen alla Vivaldi, mit dem Silberklang einer Primadonna und den gewagten Stellungen des Giacomo Casanova. Was ursprünglich als ein Wandelkonzert im Palais Attems entworfen wurde, wird kurzerhand in die Helmut List Halle verlegt, und die Palais Attems.Hofkapelle siedelt gleich mit. Auf der Bühne sieht man drei Räume: links Michael Hell und seine Barockmusiker, die furiosen Vivaldi spielen; rechts die Sopranistin Tetiana Miyus, die mit Eva Maria Pollerus hinreißende Arien aus dem Repertoire der Adriana Ferrarese aufführt. In der Mitte Chris Pichler als Casanova, der erklärt, wie all das zusammenhängt, und sich gleichzeitig auf seine berühmte Liebesnacht mit M. M. vorbereitet. Zum Konzert

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PROGRAMM

Concerto da camera:

Antonio Vivaldi: Concerto in a, RV 108 / Concerto in g, RV 104, „La Notte“ / Sonata in d, RV 63, „La Follia“

Belcanto veneziano:

Pasquale Anfossi: Se mi lasci, o mia speranza

Angelo Tarchi: A sol bramo, o mia speranza

Wolfgang Amadeus Mozart: Un moto di gioia (aus „Le nozze di Figaro“)

Antonio Salieri: O dann will ich einsam (aus „La Cifra“)

5. Pastorale.SOAP

Die styriarte nimmt das unterbrochene Beethovenjahr 2020 wieder auf – mit der heitersten Sinfonie des Meisters, der „Pastorale“. Andrés Orozco-Estrada dirigiert die Sechste als ungebrochene Huldigung an die Natur: rauschende Blätter, plätschernde Wellen, säuselnde Winde und trillernde Vögel – eine sonnige Tag-Sinfonie in der Nacht-styriarte. Orozco-Estrada erklärt Beethovens Klangmalerei, aber auch seine Gefühle beim Anblick der Natur. „Mehr Ausdruck der Empfindung als Malerei.“ So wollte der Meister dieses Werk verstanden wissen, und so wird es vom Maestro aus Wien dirigiert.
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6. Schubertiade!!

In der Schubertiade der styriarte 2020 geht es um Brücken zwischen Liedern und einem berühmten Streichquartett: Im d-Moll-Quartett D 810 verarbeitete Schubert bekanntlich die Musik des Todes aus seinem Lied „Der Tod und das Mädchen“. Daniel Johannsen singt das Lied unmittelbar vor den Variationen aus dem Quartett, dazu das Gegenstück „Der Jüngling und der Tod“ und berühmte Nachtlieder wie „Leise flehen meine Lieder“ oder „Nacht und Träume“. „Auf dem Strom“ weitet sich zur Gesangsszene mit obligatem Cello, bevor das wilde Finale des d-Moll-Quartetts in die Nacht hinüberleitet.

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PROGRAMM

Franz Schubert: aus dem Streichquartett in d, D 810 („Der Tod und das Mädchen“)

Lieder für Tenor (Nacht und Träume, Der Jüngling und der Tod, Der Tod und das Mädchen, Ständchen („Leise flehen meine Lieder“)

Auf dem Strom für Tenor, Violoncello und Klavier, D 943

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7. Die Geschenke der Nacht

Mit der ganzen Klangpracht des Barock beschenkt Alfredo Bernardini das Publikum in der dritten Fux-Opernausgrabung der styriarte. Trompeten, Oboen, Fagotte, Chalumeau und Streicher feiern die Nacht bei ihrem großen Auftritt in der Helmut List Halle. „Die Geschenke der Nacht“, so heißt die Geburtstagsoper für Kaiserin Amalie Wilhelmine aus dem Jahre 1709. Johann Joseph Fux, das steirische Barockgenie, hat dafür eine hinreißende Musik geschrieben, die den Zauber einer barocken Sommernacht ins Graz von Heute holt. Fantastische Barockstimmen brillieren in den schönsten Arien des Werkes, während das styriarte Festspiel-Orchester nächtliche Stimmungsbilder ausbreitet. Als Intermezzi in der konzertanten Aufführung der Opernszenen dienen Vivaldis Nachtkonzert für Flöte und Fagott und ein besonders bildreiches Orchesterwerk von Fux: „Die Süßigkeiten und Bitternisse der Nacht“. Zum Konzert

8. Klezmer Bridges


Moritz Weiß Klezmer Trio

Klezmer ist nicht weniger als die Feier des Lebens. So war es schon in seinen Ursprüngen im Schtetl, in den Dörfern in Osteuropa, in denen viele Juden lebten. Über Jahrhunderte unterdrückt und bedroht, aber auch selbstbewusst und stark, entstand in dieser Gemeinschaft eine Volksmusik ganz eigenen Charakters. Und als das Schtetl durch Pogrome und die Schrecken der Naziherrschaft ausgelöscht wurde, konnten sich nicht nur einige Menschen, sondern auch ihre Musik in die Diaspora retten. Aus der Nacht der Verfolgung erblühte in den Siebzigerjahren des 20. Jahrhunderts die Klezmermusik neu. Ihre vitale Botschaft, die unbändige Freude, gepaart mit Melancholie und Trauer, rissen ein neues, junges Publikum hin. Einer der wichtigsten Botschafter dieser Musik war damals und ist noch heute Giora Feidman, der sich virtuell von Israel aus in dieses Konzert zuschalten wird. Er inspirierte Generationen von Musikerinnen und Musikern, und einer davon stammt aus der Steiermark und steht am Anfang einer ganz großen Karriere: Moritz Weiß versammelt in seinem Trio Musiker der Extraklasse, die auf den Spuren von Giora Feidman wandeln und den Klezmer mit frischen Ideen befruchten. Zum Konzert

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PROGRAMM

Itamar’s Freilach, Sher, Ontario I & II, Maxi’s Hora, Der Fleischwolf, Oyfn Pripetshik, Devil’s Food Cake u. a.

9. Don Giovanni in Nöten

Styriarte 2020 / Don Giovanni in Nöten

Wo strenge Abstandsregeln gelten, haben Verführer kein leichtes Spiel. Dies wird bei der styriarte 2020 auch Mozarts „Don Giovanni“ erfahren. Was als szenische Produktion in der Regie von Adrian Schvarzstein geplant war, wird nun in einen großen Arienquerschnitt aus Mozarts „Dramma giocoso“ umgewandelt. Michael Hofstetter springt kurzfristig ein und steht am Pult des styriarte Festspiel-Orchesters, doch wird er nun selbst mitspielen im munteren Treiben um den gezähmten Verführer. Einfach nur kürzen, kam für die styriarte nicht in Frage. Aus der Not, mit wenigen Sängern und kleinem Orchester arbeiten zu müssen, wird eine Tugend: eine neue Geschichte rund um die Nöte des Musiktheaters, in Zeiten der Krise Kunst zu machen. Ein verzweifelter Impresario, ein verkühlter Leporello mit Mundschutz und ein Maestro, der rettet, was noch zu retten ist, das sind die Protagonisten. Dazwischen treten vier wunderbare junge Sängerinnen und Sänger in den Ring, die im Probesingen für diese Produktion ausgewählt wurden. Der Elsässer Damien Gastl ist der junge Verführer – genauso frisch und blond wie Luigi Bassi, Mozarts erster Giovanni. Die Burgenländerin Miriam Kutrowatz macht nicht nur stimmlich „bella figura“ als Zerlina. Tetiana Miyus, die Grazerin aus Kiew, brilliert als Donna Elvira. Michael Hofstetter zieht alle Register seines pulsierenden Mozart-Stils. Der Realität der Mozart-Zeit mit ihren halben Opern, indisponierten Sängern und nicht vorhandenen Inszenierungen wird dieser heitere Abend wohl nahekommen. Zum Konzert

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PROGRAMM

Wolfgang Amadeus Mozart: Ouvertüre und Arien aus „Don Giovanni“, KV 527

10. Träumerei

Wie eine „zürnende Himmelserscheinung“ sei Schuberts Es-Dur-Klaviertrio über das damalige „Musiktreiben“ hinweggefegt: So hat es Robert Schumann beschrieben und aus dem gewaltigen Trio des Wieners „tiefen Zorn und überschwängliche Sehnsucht“ herausgehört. Markus Schirmer stellt sich diesem Nonplusultra der Triokunst zusammen mit zwei fantastischen Streichern: Esther Hoppe und Christian Poltéra. Gemeinsam holen sie das Träumerische aus Schuberts Trioklang heraus, die Nachtstimmungen des berühmten Andantes, das schon den Filmregisseur Stanley Kubrik inspirierte. In zarten Klavierstücken stimmt Schirmer das Publikum auf das große Trio ein: in Schuberts „ungarischer Melodie“ und Schumanns weltberühmter „Träumerei“. Zum Konzert

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PROGRAMM

Franz Schubert: Ungarische Melodie, D 817

Robert Schumann: Kind im Einschlummern / Träumerei (aus „Kinderszenen“, op. 15)

Franz Schubert: Trio in Es, D 929

11. Geistertrio

Wenn Florian Birsak auf dem Hammerflügel Beethovens „Geistertrio“ spielt, wird der berühmte Beiname endlich einmal verständlich: Die Registermöglichkeiten des Instruments, sein verhangener Klang und Birsaks sensibler Anschlag beschwören jene Geister herauf, die man im berühmten Largo dieses Werkes so oft vermisst. Nächtlich geht es auch in den übrigen Werken zu: Auf der Jakobsleiter in Haydns es-Moll-Trio muss die Geige bis in gefährliche hohe Lagen hinaufsteigen. In einem Quartett des „Londoner Bach“ finden sich zwei Bläser mit Bratsche und Cello zum nächtlichen Stelldichein zusammen. Die Glasharmonika breitet ihren psychedelischen Klang über Mozarts vorletztes Kammermusikwerk aus. Zum Konzert

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PROGRAMM

Joseph Haydn: Klaviertrio in es, Hob. XV:31, „Jacob’s Dream“

Johann Christian Bach: Aus „Quartetten“ für Flöte, Oboe, Viola und Violoncello

Ludwig van Beethoven: Klaviertrio in D, op. 70/1, „Geistertrio“

Wolfgang Amadeus Mozart: Adagio und Rondo, KV 617 für Glasharmonika u. a.

12. Divertimenti

Der „styriarte-Salon“ im Palais Attems hat gleich in seinem ersten Jahr 2019 viele Freunde gewonnen. 2020 muss er in der Helmut List Halle stattfinden, doch für die passende Salon-Atmosphäre sorgen das styriarte-Team und Intendant Mathis Huber als Moderator. Bei der ersten Matinee geht es um neue Werke für die „Vienna Clarinet Connection“. Inspiriert werden sie von Mozarts zauberhaftesten Miniaturen: den Divertimenti für drei Bassetthörner. Aus deren reinen Dreiklängen formen VCC-Gründer Helmut Hödl und die Komponistin Margareta Ferek-Petric Klarinettenklänge für unsere Zeit. Dazwischen sorgt ein kräftiger Schuss Gershwin für jazzige Rhythmen und Evergreen-Feeling. Zum Konzert

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PROGRAMM

Wolfgang Amadeus Mozart: Divertimenti für Bassetthorntrio

George Gershwin: Rhapsody in Blue, Summertime u. a.

Uraufführungen neuer Werke von Margareta Ferek-Petric („Amadeus after quarantine“) und von Helmut Hödl („Vier Geschenke der Nacht“)

13. Eine kleine Nachtmusik

„Eine kleine NachtMusick“, Mozarts Serenade vom 10. August 1787, ist über die Maßen populär geworden und ist gleichwohl ganz große Musik. Das zeigt sich vor allem dann, wenn die Serenade in der Originalfassung für ein kleines Streicherensemble vorgetragen wird wie hier von der Palais Attems.Hofkapelle. Offenbar war dieses Programm für eine Aufführung im Grazer Palais Attems geplant, doch der Umzug in die Helmut List Halle hat auch Vorteile. Unserem Publikum bleiben die so schönen und die so steilen Stiegen im Palais erspart und man kann hier ganz entspannt eine gute Stunde Mozart genießen. Zur G-Dur-Serenade passt wunderbar das A-Dur-Klavierkonzert von 1783: In seinem zauberhaften Andante breitet Eva Maria Pollerus einen nächtlichen Klangschleier über ihren Hammerflügel aus. Was Mozart selbst in seinen Wiener Nächten so alles getrieben hat, verraten die Auszüge aus seinen Briefen in der Mitte des schönen Abends. Zum Konzert

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PROGRAMM

Mozarts Nächte (Briefauswahl)

Wolfgang Amadeus Mozart: Klavierkonzert in A, KV 414

Wolfgang Amadeus Mozart: Serenade in G, KV 525, „Eine kleine Nachtmusik“

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