7 kuriose Fakten über Herbert von Karajan

Maestro Herbert von Karajan ist heute vor 30 Jahren verstorben. Aus diesem Grund haben wir heute 7 kuriose Fakten über den großen Dirigiermeister herausgefunden.

 

1. „Ich bin nicht geboren, um dirigiert zu werden.“ 

Herbert von Karajan galt als Perfektionist und reagierte sehr empfindlich auf jegliche Geräusche während Konzerten. Aus diesem Grund veranlasste er 1969 eine komplette Sperrung  des Verkehrs auf der Uferstraße in Heidelberg während seinen Konzerten. 

2. Frauenförderer?

Bekannterweise hatten Frauen bis vor wenigen Jahren kaum oder gar keinen Zutritt zu Orchestern. 1983 berief Karajan zum Entsetzen der Berliner Philharmoniker die Klarinettistin Sabine Meyer in das bis dato männerdominierte Orchester. Im Laufe seiner Karriere förderte er immer wieder Solistinnen; die wohl berühmteste ist Anne-Sophie Mutter. 1977 spielte die damals erst 13-jährige AnneSophie Mutter unter der Leitung von Herbert von Karajan bei den Salzburger Osterfestspielen. Durch Karajans Förderung wurde sie mit Ihrem Instrument – der Violine – zum Weltstar. Als Herbert von Karajan 1978 vor einem Konzert erkrankte, sprang Dirigentin Sylvia Caduff ein. Dieser Auftritt war Caduffs Durchbruch und ebnete ihre weitere Karrierelaufbahn.

3. Von Beethovens Geist behütet

Im Jahr 1971 dirigierte Herbert von Karajan bei den von ihm gegründeten Salzburger Osterfestspielen „Fidelio“. Am Morgen der Premiere entschloss er sich spontan zu einer Spritzfahrt mit seinem neuen Sportwagen. Durch eine Verkettung unglücklicher Umstände kam es zu einem Unfall und das Auto überschlug sich. Dennoch dirigierte er Abends „Fidelio“ und ließ sich nichts anmerken.

4. „Der Rhythmus ist für mich der Grund aller Dinge. Mit dem Rhythmus beginnt das Leben, mit dem Herzschlag.“ 

Andere Dirigenten wie Sir Simon Rattle, Christian Thielemann und Mariss Jansons bewundern vor allem seinen Klang, den Puls und Rhythmus, den er bei seinem Dirigieren vermittelt. Yehudi Menuhin sagt, Karajan werde dadurch zu einem „verlängerten Glied des Orchesters“. Mehr dazu erfahren Sie in der Dokumentation „Die Schönheit, wie ich sie sehe„.

5. Musikalische Paten

Maestro Karajan war dreimal verheiratet. Seine erste Ehe war mit Sopranistin Elmy (von Karajan-)Holgerloef. Nur 4 Jahre später heiratete er Anna Maria („Anita“) Gütermann, Erbin der Nähseidenfirma Gütermann. 1958 kam es zur Heirat mit der um 31 Jahre jüngeren Eliette Mouret, einem französischen Fotomodell und Malerin. Sie bekamen 2 Kinder Isabel (* 1960) und Arabel (* 1964). Niemand geringerer als die Wiener Philharmoniker übernahmen die Partnerschaft von Isabel; Arabel wurde Patenkind der Berliner Philharmoniker.

6. Aye aye, captain

Karajan war ein Freund von schnellen Autos, teuren Yachten und imposanten Flugzeugen. Um sein Image zu pflegen, ließ er sich auch oft mit seinen Autos oder als Pilot medial begleiten. Am Salzburger Flughafen findet man übrigens auch den Herbert-von-Karajan-General-Aviation-Terminal.

7. Aufzeichnungen für die Ewigkeit

Ein leidenschaftliches Anliegen Karajans waren die Videoaufzeichnung seiner Konzerte und Opern. Er war stets darauf bedacht, dass seine Konzerte aufgezeichnet werden und legte dabei besonderen Wert darauf, dass die Aufzeichnungen auch künstlerisch wertvoll und ästhetisch umgesetzt werden. So übernahm er oftmals neben dem Dirigieren auch noch die Regie und Beleuchtung der Konzertaufnahmen. Mit dem Genre Konzertfilm revolutionierte er gemeinsam mit den Berliner Philharmonikern Konzertaufnahmen und zog die Zuschauer mit seiner einzigartigen Ausstrahlung in den Bann. Die gekonnte Inszenierung seiner Konzerte und seiner Selbst tragen zum Mythos Karajan nicht unwesentlich bei. Auf fidelio sehen Sie ihn in allen Facetten seiner erfolgreichen Karriere mit fulminanten Aufnahmen von 1965 bis 1980. Besonders hervorzuheben sind Beethovens „Eroica“ und seine „9. Symphonie“ mit Grande Dame Christa Ludwig. Bei den Osterfestspielen Salzburg ist Karajan mit Beethovens „Missa Solemnis“ vertreten. Auch seine legendäre Zusammenarbeit mit Sopranistin Mirella Freni ist in 3 Opernfilmen (La Bohème, Madama Butterfly und Otello) auf fidelio zu bewundern.

 

Alle Programme von Herbert von Karajan sehen Sie hier.

Seine schönsten Zitate lesen Sie in diesem Blog-Beitrag.

 

Ihre Leonore

 

Quellen:

Schmitz, Rainer und Benno Ure: Wie Mozart in die Kugel kam. Kurioses und Überraschendes aus der Welt der klassischen Musik. München 2018: Pantheon Verlag.

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