Jonas Kaufmann

50 Jahre Jonas Kaufmann: Ein Portrait

Jonas Kaufmann hat heute besonderen Grund zum Feiern: Nicht nur seinen 50. Geburtstag; er gilt auch als einer der renommiertesten Opernsänger der Gegenwart. Der Münchner erhielt im Laufe seiner Karriere zahlreiche Auszeichnungen wie zum Beispiel das Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland, zahlreiche International Opera Awards, die Auszeichnung als bayerischer Kammersänger und den Bayerischen Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst.

Doch was macht den charismatischen Sänger aus? Welche Besonderheiten beförderten ihn vom Sänger zum Weltstar?

Dirigent Sir Antonio Pappano argumentiert, dass die Qualität der Stimme wichtig sei um erfolgreich zu sein, aber noch wichtiger ist die Persönlichkeit, die über die Stimme transportiert wird, was bei Kaufmann der Fall ist. Maestro Pappano beschreibt ihn sogar als „Jahrhundert-Tenor“ mit Star-Appeal.

Seine Kollegin Sopranistin Diana Damrau schwärmt:

„Ein ganz großer Künstler, der im Gesamtpaket alles abdeckt – Stimme, Technik, Schauspiel, Intelligenz, Ernst. Und menschlich ist er für mich wie ein großer Bruder, wir haben sofort Vertrautheit, wenn wir uns sehen.“

Ö1-Redakteurin Ulla Pilz beschreibt ihn als Publikumsliebling- zurecht, denn er überzeugt auf allen Linien

„Bei der Attraktivität ebenso wie bei der Intelligenz und der schauspielerischen Begabung. Und dann erst diese vielseitig einsetzbare Stimme mit ihrer dunklen, baritonalen Färbung…“

Ein breites Repertoire

Eine Spezialisierung auf ein limitiertes Rollenfach kommt bei Jonas Kaufmann nicht in Frage. Er sieht den Wechsel seiner Partien, vor allem jene zwischen Mozart und Wagner, als „ausgleichendes Yin-Yang-Spiel“ und lässt sich von seinen unterschiedlichen Rollen inspirieren. Musikkritiker und freier Mitarbeiter der Frankfurter Allgemeinen Zeitung Jürgen Kesting lobt auch seine raffinierte Rollenauswahl:

„Er ist ausgesprochen gut beraten in der Wahl seiner Rollen, und man hört auch, dass er die großen Tenöre vor ihm sehr genau kennt. Er hat von ihnen gelernt, aber er meidet es, sie zu imitieren. Dazu ist er ein glänzender Bühnen-Darsteller. Ich finde ihn bemerkenswert gut.“

Stimmprobleme

Vor ca. 2 Jahren hinterließ eine Reise in die hochgelegenen Anden negative Auswirkungen auf seine Stimme. Aufgrund eines geplatzten Blutgefäßes konnte er 5 Monate lang  nicht auftreten. Er beschloss, dass sich seine Stimme erholen musste und sah sich gezwungen zahlreiche Auftritte abzusagen. Dafür heimste er leider viel Kritik ein. Dies kümmerte ihn jedoch nicht weiter, denn bei seinen Auftritten möchte er stets alles geben wollen. In einem Interview mit Sony Classics sagt er,  beim Interpretieren von Musik gebe man immer einen kleinen Teil von sich selbst dazu. Und man hört wie er aus der Seele und mit Seele singt.

Ihre Leonore

P.S. Auf fidelio sehen Sie Jonas Kaufmann unter anderem in Tosca, Don Carlo, Fidelio, La fanciulla del West und Cavalleria Rusicanan / Pagliacci.

Jonas Kaufmann mit Anja Harteros und Thomas Hampson in Don Carlo

Quellen:

https://www.augsburger-allgemeine.de/kultur/Warum-so-viele-Menschen-Star-Tenor-Jonas-Kaufmann-lieben-id51943996.html

https://www.derwesten.de/kultur/viele-saenger-richten-sich-zugrunde-sagt-juergen-kesting-id10077364.html

https://www.myfidelio.at/jonas-kaufmann/

https://diepresse.com/home/kultur/klassik/5032656/Wenn-Kuenstlers-Mut-zum-Solo-zu-Uebermut-wird

Film: „Jonas Kaufmann – Ein Jahrhunderttenor“ von John Bridcut

 

 

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